Wie Du mit einer Zeitschaltuhr deinen Router nachts ausschaltest (ich spare damit 7€ im Jahr)

Deinen Router kannst Du nachts gezielt per Zeitschaltuhr abschalten. Ansonsten verbraucht er auch dann Strom, während Du schläfst.

Mein eigener Router zum Beispiel verbraucht zusammen mit dem angeschlossenen DECT-Telefon und dem Pi-hole Werbeblocker circa 11,8 Watt (die Zeitschaltuhr braucht 0,6W).

Stromverbrauch Router 12 Watt

Da ich die Geräte nachts nicht verwende, habe ich eine Zeitschaltuhr installiert und spare 7€ im Jahr an Stromkosten. Wie genau das geht, zeige ich dir nun Schritt für Schritt.

Schritt 1: Sparpotenzial abschätzen

Zuerst musst Du wissen, ob sich der Aufwand für dich überhaupt lohnt. Denn was nützt dir eine jährliche Einsparung von 1€, wenn eine neue Zeitschaltuhr 20€ kostet?

Genau: Nichts. Es dauert einfach zu lange (20 Jahre), bis Du die Kosten der Zeitschaltuhr wieder eingespart hast.

Deshalb solltest Du erst dein Sparpotenzial abschätzen. Dazu musst Du herausfinden, wie viel Strom dein Router verbraucht und wie lange Du ihn nachts ausschalten kannst.

Wie viel Strom verbraucht dein Router?

Den Stromverbrauch deines Routers kannst Du mit einem Energiekosten-Messgerät messen. Dazu steckst Du das Gerät einfach zwischen Router und Steckdose. Im laufenden Betrieb verbraucht meine Fritz!Box beispielsweise 10,1 Watt.

Stromverbrauch Fritz!Box 10 Watt

Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen. Denn oft sind an den Router noch mehr Geräte angeschlossen. Zum Beispiel Telefone oder Festplatten.

Da sie ohne den Router ohnehin nicht mehr funktionieren, kannst Du sie über eine Steckdosenleiste gleich mit abschalten. Zusammen mit meinem DECT-Telefon und meinem Pi-hole Werbeblocker verbraucht meine Fritz!Box dann schon 11,8 Watt.

Das entspricht 103 kWh pro Jahr, was mich 31€ kostet (bei einem Strompreis von 30ct/kWh).

Aber ich kann nur einen Teil davon einsparen, da mich der Router ja tagsüber mit Internet versorgen soll.

Wie lange kannst Du deinen Router nachts ausschalten?

Die Abschaltzeiten sind sehr individuell und hängen von deinen regelmäßigen Schlafenszeiten ab.

Da ich regelmäßig vor 23 Uhr schlafen gehe und frühestens um 6 Uhr wieder aufstehe, kann ich meinen Router von 23 Uhr bis 6 Uhr abschalten. Das sind 7 Stunden pro Tag.

Mein Sparpotenzial beträgt also maximal 9€ (7/24 mal 31€). In Schritt 2 müssen wir davon noch den Eigenverbrauch der Zeitschaltuhr abziehen.

Moderne Zeitschaltuhren lassen sich aber auch noch genauer einstellen. Du kannst beispielsweise eigene Zeiten fürs Wochenende oder für jeden einzelnen Wochentag festlegen.

Aber Vorsicht: Wenn Du deinen Router auch nachts brauchst, zum Beispiel bei Schichtdienst oder für ein WLAN-Babyfon, dann lass es besser ganz sein. Der Stress lohnt sich einfach nicht, den Router dann immer manuell an- oder abzuschalten.

Jetzt kennst Du dein Sparpotenzial. Als nächstes beschäftigen wir uns mit der Zeitschaltuhr.

Schritt 2: Programmierbare Zeitschaltuhr besorgen

Für das Ausschalten des Routers empfehle ich dir eine handelsübliche digitale und programmierbare Zeitschaltuhr. Du kannst die Zeiten direkt am Gerät einstellen und es mit einem einzigen Knopfdruck ein- oder ausschalten.

Mechanische Uhren hingegen eignen sich leider nicht, da sie Geräusche verursachen und damit deine Nachtruhe stören könnten.

Auch smarte Funksteckdosen haben aus meiner Sicht zu viele Nachteile: Sie sind teurer, das Funkmodul verbraucht zusätzlichen Strom und zur Programmierung benötigst Du oft weitere Geräte, WLAN und Software.

Die Zeitschaltuhr sollte selbst wenig Strom verbrauchen

Eine Zeitschaltuhr verbraucht natürlich auch selbst Strom. Diese Kosten müssen wir vom Sparpotenzial noch abziehen.

Meine Zeitschaltuhr von Tevion verbraucht im Betrieb zum Beispiel 0,6W. Das sind ungefähr 5kWh im Jahr, die mich aktuell 1,50€ kosten (bei 30ct/kWh).

Das realisierbare Sparpotenzial liegt deshalb nur bei 7,5€.

Die Zeitschaltuhr sollte weniger als 2-mal ihr Sparpotenzial kosten

Damit Du am Ende auch wirklich etwas sparst, solltest Du nicht mehr als das 2-fache deines Sparpotenzial für die Zeitschaltuhr ausgeben. Dann bist Du bereits innerhalb der 2-jährigen Gewährleistung im Plus.

Für mich gilt dann, dass ich maximal 15€ ausgeben sollte.

Tatsächlich hat mich meine Zeitschaltuhr nichts gekostet, da ich sie noch in der Schublade liegen hatte. Das ist natürlich der beste Fall.

Schritt 3: Zeitschaltuhr programmieren & Router und Hilfsgeräte anschließen

Im letzten Schritt nehmen wir die Zeitschaltuhr in Betrieb.

Dafür solltest Du zuerst den Router und alle Hilfsgeräte, die auch abgeschaltet werden sollen, mit einer Steckdosenleiste verbinden. Danach wird die Steckdosenleiste in die Zeitschaltuhr und die Zeitschaltuhr in eine Wandsteckdose gesteckt.

Steckdose mit Zeitschaltuhr

Zum Schluss muss die Zeitschaltuhr noch programmiert werden. Wie das genau funktioniert, steht normalerweise in der Bedienungsanleitung.

Generell solltest Du zuerst die aktuelle Uhrzeit und den Wochentag einstellen. Danach kannst Du deine Schaltzeiten programmieren, indem du Ein- und Ausschaltzeiten für einzelne Wochentage oder gleich für mehrere Wochentage festlegst.

Meine Zeitschaltuhr schaltet beispielsweise den Router jeden Tag um 23 Uhr ab und um 6 Uhr wieder ein.

Fragen & Antworten

Warum sollte man den Router nachts ausschalten?

Den Router nachts auszuschalten spart vor allem Strom. Die Gesundheit schützt das nicht, da die Strahlung von WLAN-Routern unbedenklich ist, wie das Bundesamt für Strahlenschutz erklärt.

Auch der Schutz vor Hackern wird durch die Nachtabschaltung nicht verbessert, da diese in unsichere Netze ebenso gut tagsüber eindringen können. Vor Hackern helfen vor allem regelmäßige Updates.

Genügt es vielleicht, nur das WLAN nachts abzuschalten?

Oft kann man den Router so programmieren, dass er nachts das WLAN automatisch abschaltet. Oder man drückt manuell auf den WLAN-Knopf des Routers. Leider spart das nur wenig Energie, da das WLAN nicht der größte Stromfresser des Routers ist.

Der Verbrauch meiner Fritzbox sinkt zum Beispiel bei ausgeschaltetem WLAN nur von 10 auf 9 Watt.

Fazit

Wenn Du deinen Router nachts ausschaltest, kannst Du ohne großen Aufwand Strom und Geld sparen.

Jetzt bist Du am Zug: Hat dir meine Anleitung bei der Umsetzung geholfen? Oder hast Du noch offene Fragen?

Melde dich gerne in den Kommentaren!

Zum Weiterlesen:

2 Kommentare zu „Wie Du mit einer Zeitschaltuhr deinen Router nachts ausschaltest (ich spare damit 7€ im Jahr)“

    1. Johannes Thewes

      Da hast Du natürlich völlig Recht, Nadja! Im Artikel habe ich das nicht diskutiert, aber meine Zeitschaltuhr verbraucht 0,6 Watt. Auf ein Jahr gerechnet wären das ca. 5kWh (=1,6€ bei 30Cent/kWh). Das verringert die Ersparnis ein wenig. Ich werde es im Artikel ergänzen, vielen Dank 🙂

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