Die besten Kühlschränke zum Stromsparen

Stand: 29. März 2020

Prall gefüllter offener Kühlschrank in einer Küche.
(Bild: difisher / pixabay.com)

Die wichtigsten Punkte:

  • Moderne Kühlschränke verbrauchen sehr viel weniger Strom als alte Geräte.
  • Ein im Kühlschrank integriertes Gefrierfach erhöht den Stromverbrauch deutlich.
  • Viele Zusatzfunktionen erhöhen den Anschaffungspreis und die Stromkosten unnötig.

Empfehlungen:

  • Messen Sie den Stromverbrauch Ihres alten Kühlschranks. Manchmal lohnt sich schon alleine aufgrund der niedrigeren Stromkosten ein Neukauf.
  • Kaufen Sie am besten ein Gerät mit Energieeffizienzklasse A+++.
  • Verzichten Sie auf ein im Kühlschrank integriertes Gefrierfach. Ein separates Gefrierteil benötigen Sie ebenfalls nicht, wenn Sie ohnehin einen Gefrierschrank oder eine Gefriertruhe haben.

Schneller Einstieg:

Kühlschränke sind das ganze Jahr über dauerhaft in Betrieb und gehören deshalb zu den größten Stromverbrauchern im Haushalt. Gerade deshalb sind sie aber auch ideale Kandidaten, um Strom und damit CO2 einzusparen. Ein paar einfache Überlegungen erleichtern Ihnen bei einer Neuanschaffung die Entscheidung und sorgen dafür, dass Sie auch finanziell profitieren.

Wann lohnt sich ein neuer Kühlschrank?

Es gibt viele Gründe, aus denen man sich Gedanken über einen neuen Kühlschrank machen kann. Der offensichtlichste ist wahrscheinlich ein Defekt an Ihrem alten Gerät. Da in diesem Fall oft Eile geboten ist, werfen Sie am besten schnell einen Blick auf die Checkliste des BMWi und suchen dann den nächstgelegenen Elektromarkt auf. Nutzen Sie auch alte und gebrauchte Kühlschränke nur übergangsweise, da diese meistens deutlich mehr Strom verbrauchen und dadurch im Betrieb teurer sind als effizientere Neugeräte.

Ohne Zeitdruck wird es sich für Sie allerdings auszahlen, sich vor dem Kauf ausführlich zu informieren und in Ruhe einen Preisvergleich durchzuführen. Prüfen Sie beispielsweise mit Hilfe eines Energiekosten-Messgeräts, ob ihr alter Kühlschrank zu viel Strom verbraucht. Zu Studentenzeiten habe ich nie darauf geachtet, wie hoch der Stromverbrauch meines Kühlschranks war. Irgendwann stellte ein Freund allerdings fest, dass der Kompressor Tag und Nacht nahezu durchgehend lief, was man an einem deutlichen Brummen erkennen konnte. Eine Messung ergab dann, dass diese Kühl-Gefrierkombination aus den 90er Jahren ungefähr 1000 kWh Strom pro Jahr verbrauchte und mich deshalb jährlich etwa 300€ kostete. Meine neue Kühl-Gefrierkombination mit Energieeffizienzklasse A+++ verbraucht nur 110 kWh Strom pro Jahr, was einem Zehntel des alten Verbrauchs entspricht. Die Neuanschaffung hat sich deshalb nach nur einem Jahr bezahlt gemacht!

Auch wenn Ihr alter Kühlschrank Ihre Anforderungen nicht mehr erfüllt, sollten Sie ihn austauschen. Prüfen Sie beispielsweise, wie viel Kühl- und Gefriervolumen Sie tatsächlich benötigen und welche zusätzlichen Features Ihnen einen Aufpreis und höhere Stromkosten wirklich wert sind. Das alte Gerät kann Ihnen dennoch weiterhin nützen. Sie können es zum Beispiel wieder kurzzeitig in Betrieb nehmen, wenn Sie viele Gäste haben.

Achten Sie auf eine hohe Energieeffizienzklasse

Für alle in der EU verkauften Kühl- und Gefriergeräte muss das EU-Energielabel angegeben werden. Dort können Sie auf einen Blick erkennen, wie energieeffizient ein Gerät ist und finden außerdem noch Informationen über dessen Kühl- und Gefriervolumen und die Geräuschentwicklung [1]. Die höchsten Energieeffizienzklassen, die ein Kühlschrank erreichen kann, sind A+, A++ und A+++.

In den meisten Fällen sollten Sie zur höchsten Energieeffizienzklasse A+++ greifen, da der Unterschied zu A++ vergleichsweise groß sein kann. Nehmen Sie zum Beispiel die beiden Kühl-Gefrierkombinationen KG 322 (A+++) und KG 320.1 (A++) der Firma Bomann. Laut Energielabel weisen beide Geräte zwar dieselben Maße und Volumina auf, verbrauchen aber unterschiedlich viel Energie.

Energielabel der Bomann KG 322 Kühl-Gefrierkombination
Energielabel der Bomann KG 322 Kühl- Gefrierkombination (Quelle: bomann.de)
Energielabel der Bomann KG 320.1 Kühl-Gefrierkombination
Energielabel der Bomann KG 320.1 Kühl-Gefrierkombination (Quelle: bomann.de)

Während die KG 320.1 etwa 160 kWh pro Jahr benötigt, ist die KG 322 mit nur 110 kWh pro Jahr etwa 30% sparsamer. Bei einem Strompreis von 30 ct/kWh ergeben sich damit über einen Betriebszeitraum von 10 Jahren um 150€ höhere Betriebskosten für die KG 320.1. Der Preisunterschied zwischen den beiden Geräten betrug im März 2020 allerdings nur 40€.

Das Kühlvolumen spielt nur eine untergeordnete Rolle

Jeder von uns hat individuelle Anforderungen an die Kühlschrankgröße. Haben Sie beispielsweise eine große Familie, dann benötigen Sie mehr Platz als ein Single. Aber auch wenn Sie gerne und viel kochen oder spezielle Hobbies haben, ist mehr Kühlvolumen oft sinnvoll. Nun würde man denken, dass ein größerer Kühlschrank automatisch auch mehr Strom verbraucht. Solange Sie aber auf die höchste Energieeffizienzklasse A+++ achten, ist der Unterschied meist nur gering, wie der folgende Vergleich zweier Bosch Kühlschränke zeigt:

ModellEnergieeffizienzklasseKühlvolumenEnergieverbrauch
Bosch KIR51AD40 [2]A+++247 l72 kWh/Jahr
Bosch KSV36VW4P [3]A+++346 l75 kWh/Jahr

Als Orientierungswert empfehlen Verbraucherzentralen für einen Single- oder Zwei-Personen-Haushalt ein Kühlvolumen von 100 bis 150 Litern und für jede weitere Person 50 Liter zusätzlich [4].

Achten Sie auf das Gefriervolumen

Viel entscheidender für den Energieverbrauch ist das vorhandene Gefriervolumen. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Arten, wie Gefrierbereiche gestaltet sein können:

  1. Ein integriertes Gefrierfach, welches sich im normalen Kühlbereich befindet.
  2. Ein separates Gefrierteil mit eigener Tür.

Sie sollten integrierte Gefrierfächer möglichst meiden, da sie überproportional viel Strom kosten. Im Vergleich zweier A+++ Kühlschränke von Bosch, die sich nur durch das Gefrierfach unterscheiden, können Sie den Unterschied deutlich erkennen:

Modell Energie- effizienzklasse Kühl- volumen Gefrier- volumen Energieverbrauch
Bosch KIR41AD40 [5]A+++211 l0 l69 kWh/Jahr
Bosch KIL42AD40 [6]A+++180 l15 l114 kWh/Jahr

Das Modell mit integriertem Gefrierfach verbraucht 45 kWh und damit 65% mehr Strom pro Jahr als das Modell ohne Gefrierfach. Dabei liegt der Nutzinhalt das Gefrierfachs bei nur 15 Litern, was für eine vernünftige Vorratshaltung nicht ausreicht.

Besitzen Sie eine eigene Gefriertruhe oder einen Gefrierschrank, können Sie ohnehin auf eine Gefriermöglichkeit am Kühlschrank verzichten und damit Strom, Geld und CO2 einsparen. Andernfalls ist eine Kühl-Gefrierkombination mit separatem Gefrierteil empfehlenswert. Im Vergleich zwischen Kühlschrank mit Gefrierfach und einer Kühl-Gefrierkombination zeigt sich, dass Sie mit einem separaten Gefrierteil das 4-fache Gefriervolumen für weniger als den 2-fachen Stromverbrauch eines integrierten Gefrierfaches bekommen:

ModellEnergie- effizienzklasseKühl- volumenGefrier- volumenEnergieverbrauch
Bosch KIL42AD40 [6]A+++180 l15 l114 kWh/Jahr
Bosch KIS87AD40 [7]A+++208 l61 l149 kWh/Jahr

Das Umweltbundesamt empfiehlt bei geringer Vorratshaltung ein Gefriervolumen von 50 bis 80 Litern und bei großzügiger Vorratshaltung 100 bis 130 Liter [8].

Was sind hilfreiche Zusatzfunktionen?

Für die meisten Zusatzfunktionen gilt die Daumenregel, dass sie sowohl den Anschaffungspreis eines Kühlschranks als auch dessen Stromverbrauch in die Höhe treiben. Es gibt allerdings auch einige nützliche Funktionen:

  • Von außen ablesbare Temperaturanzeige: Laut Umweltbundesamt genügt im Kühlbereich eine Temperatur von 7 °C und im Gefrierteil von -18 °C [8]. Wenn Sie die Temperatur regelmäßig überprüfen und die Kühlleistung entsprechend anpassen, können Sie zusätzlich Strom sparen. Am einfachsten geht das mit einer von außen ablesbaren Temperaturanzeige. Aber auch einfachere Kühlschrankthermometer erfüllen denselben Zweck.
  • Warnsignal bei offener Tür: Bleibt die Kühlschranktür oft einen Spalt breit auf, kostet das nicht nur viel Energie, sondern lässt auch Ihre Lebensmittel schneller verderben. Manche Kühlschränke warnen Sie deshalb mit einem Tonsignal. Achten Sie selbstständig auf eine geschlossene Tür, dann brauchen Sie diese Funktion nicht unbedingt.
  • No-Frost-Funktion: Sie verhindert, dass sich besonders viel Luftfeuchtigkeit als Reif oder Eis auf dem Gefriergut oder den Wänden absetzt. Das ist durchaus nützlich, da durch eine dicke Eisschicht die Kühlleistung reduziert wird. Es geht aber auch ohne und Sie sollten ohnehin der gängigen Empfehlung folgen, Ihr Gefrierteil einmal im Jahr abzutauen [9].
  • Abtau-Automatik: Mit dieser Funktion wird sich an den Wänden keinerlei Eis mehr bilden, da sie durch regelmäßige Heizvorgänge vorhandenes Eis selbstständig abtaut. Das verbraucht natürlich etwas mehr Energie also ohne Automatik, ist aber durchaus nützlich. Ähnlich wie bei der No-Frost Funktion können Sie aber auch hierauf verzichten, wenn Sie selbst etwa einmal im Jahr manuell abtauen.

Eignung für den geplanten Standort

Kühlschränke stehen an den unterschiedlichsten Orten im Haus, von der Garage, über die Terrasse bis zum Dachboden kann alles dabei sein. Deshalb ist es oft ratsam, für den geplanten Standort auf die beiden Parameter Klimaklasse und Lautstärke zu achten.

Die Klimaklasse gibt an, für welchen Temperaturbereich ein Kühlschrank geeignet ist. Wird er außerhalb dieses Temperaturbereichs betrieben, so kann er mehr Strom verbrauchen oder anderweitig nicht mehr richtig funktionieren. Für Wohnräume sind die Klassen N, ST und T geeignet, wohingegen Sie für kalte Kellerräume vielleicht eher SN wählen sollten. Ein Betrieb unterhalb von 10 °C ist nicht ratsam [10].

KlimakasseBezeichnungGeeignet für Temperaturbereich
SNSubnormal10 °C bis 32 °C
NNormal16 °C bis 32 °C
STSubtropisch16 °C bis 38 °C
TTropisch16 °C bis 43 °C

(Quelle: liebherr.com [11])

Sollten Sie das Gerät in einem Wohnraum aufstellen, ist eine geringe Geräuschentwicklung wünschenswert. Mehr als 40 Dezibel sollte der Kühlschrank dann nicht haben [10].

Empfehlenswerte Kühlschränke

Es gibt zahlreiche Kühlgeräte auf dem Markt und auch viele, die auf spezielle Anwendungen zugeschnitten sind. Zudem sind regelmäßig neue Modelle verfügbar und die Preise ändern sich schnell. Betrachten Sie deshalb die im Folgenden aufgeführten Geräte eher als Startpunkt und Maßstab für Ihre eigenen Recherchen, statt sich blind darauf zu verlassen.

Bei der Auswahl der Geräte wurden folgende Bewertungskriterien berücksichtigt:

  • Kein Gefrierfach: Nur ein separates Gefrierteil bei Kühl-Gefrierkombinationen.
  • Energieeffizienzklasse A+++
  • Vergleichsweise niedriger Anschaffungspreis
  • Gefrierteil unten, da der normale Kühlbereich häufiger genutzt wird.

Als Ausgangspunkte für Ihre eigenen Recherchen kann ich Ihnen spargeraete.de und ecotopten.de empfehlen. Beide Webseiten bieten umfangreiche Filtermöglichkeiten an und haben eine Vielzahl von Geräten im Katalog. Haben Sie sich für ein Modell entschieden, lohnt sich häufig ein Preisvergleich, beispielsweise bei heise online. Ich selbst bin seit fast einem Jahr sehr zufrieden mit der Bomann KG 322 Kühl-Gefrierkombination.

Noch ein Tipp für die Online-Bestellung: Achten Sie genau darauf, ob der Kühlschrank bis in die Wohnung oder nur bis zur Bordsteinkante geliefert wird. In letzterem Fall sollten Sie selbst oder mit Hilfe einer anderen Person in der Lage sein, das Gerät bis in die Wohnung zu schaffen. Manche Lieferanten nehmen auch Ihr altes Gerät mit, wenn Sie das möchten.

Freistehende Kühl-Gefrierkombinationen A+++

BezeichnungKühl-volumenGefrier-volumenStromverbrauchHaushaltsgrößePreis
Bomann KG 322122 l43 l110 kWh/Jahr2 Personenca. 250 €
Hanseatic HKGK18560A3W223 l84 l147 kWh/JahrFamilieca. 350 €

Freistehende Kühlschränke A+++

BezeichnungKühlvolumenGefrier-volumenStrom-verbrauchHaushaltsgrößePreis
Bomann VS 2195134 l0 l62 kWh/Jahr2 Personenca. 200 €
Gorenje R6193LX 368 l0 l76 kWh/JahrFamilieca. 510 €

Einbau-Kühlschränke A+++

BezeichnungKühl-volumenGefrier-volumenStromverbrauchHaushaltsgrößePreis
AEG Electrolux SKA7883AAS142 l0 l64 kWh/Jahr2 Personenca. 400 €
Bauknecht KRIE 2124 A+++210 l0 l69 kWh/JahrFamilieca. 480 €

Kühlschränke richtig entsorgen

Besitzen Sie ein altes Kühlgerät, das Sie nicht mehr benötigen, sollten Sie es fachgerecht entsorgen. Dadurch stellen Sie sicher, dass keine Schadstoffe in die Umwelt gelangen und wertvolle Rohstoffe wiederverwendet werden können.

Es gibt manchmal aber auch Alternativen zur Entsorgung: Funktionierende Geräte können Sie beispielsweise auf ebay Kleinanzeigen verkaufen. Oder Sie lassen vielleicht ein defektes Gerät reparieren. Durch dieses zweite Leben können die Energie und die Rohstoffe zur Herstellung eines neuen Geräts eingespart werden.

Sollte nichts mehr helfen, oder das Gerät zu alt sein, haben Sie mehrere Optionen zur Entsorgung. Viele Einzel- und Onlinehändler nehmen Ihr altes Gerät bei einer Neuanschaffung kostenfrei zurück. Alternativ können Sie Elektrogroßgeräte auch oft mit dem Sperrmüll entsorgen oder beim lokalen Wertstoffhof abgeben.

Außerdem interessant

Quellen:

[1] Umweltbundesamt – EU-Energielabel (abgerufen am 26.03.2020)
[2] Bosch – KIR51AD40 (abgerufen am 26.03.2020)
[3] Bosch – KSV36VW4P (abgerufen am 26.03.2020)
[4] Verbraucherzentrale – So finden Sie den passenden Kühlschrank (abgerufen am 29.03.2020)
[5] Bosch – KIR41AD40 (abgerufen am 27.03.2020)
[6] Bosch – KIL42AD40 (abgerufen am 27.03.2020)
[7] Bosch – KIS87AD40 (abgerufen am 27.03.2020)
[8] Umweltbundesamt – Kühlschrank (abgerufen am 28.03.2020)
[9] Liebherr – Gefrierschrank abtauen (abgerufen am 28.03.2020)
[10] BMWi – Checkliste für Ihren Kühlschrank-Kauf im Einzelhandel (abgerufen am 28.03.2020)
[11] Liebherr – Was bedeutet die Klimaklasse beim Kühlschrank? (abgerufen am 28.03.2020)

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