Mit Wechselassistenten im Schlaf Geld sparen

Stand: 13. April 2020

Drei Stromzähler
(Bild: Gerd Altmann / pixabay.com)

Die wichtigsten Punkte:

  • 69 Prozent der deutschen Haushalte beziehen ihren Strom vom Grundversorger und damit in den meisten Fällen teurer als bei alternativen Stromanbietern.
  • Mit Hilfe von Vergleichsportalen kann jeder Verbraucher durch den jährlichen Wechsel des Energieversorgers (Strom & Gas) viel Geld sparen.
  • Wechselassistenten übernehmen den Wechsel des Energieversorgers jedes Jahr automatisch für ihre Kunden und ersparen diesen dadurch sowohl den Wechselaufwand als auch zu hohe Energiekosten.

Empfehlungen:

  • Falls Sie nicht selbst jedes Jahr Ihre Energieverträge überprüfen und gegebenenfalls zu einem günstigeren Anbieter wechseln, sollten Sie einen Wechselassistenten beauftragen.
  • Die Wechselassistenten Switchup.de (kostenlos) und Wechselpilot.com (20% Erfolgshonorar) sind besonders empfehlenswert.

Schneller Einstieg:

Langjährige Kunden, die selten oder nie den Tarif oder Anbieter wechseln, werden von ihren Energieversorgern gerne als „Schläfer“ bezeichnet und sind für diese sehr lukrativ, da sie kaum auf Preiserhöhungen reagieren. Oft wollen diese Kunden ihre wertvolle Zeit nicht mit Papierkram oder langweiligen Recherchen verbringen und zahlen dafür einen hohen Preis. Mit einem Wechselassistenten kann der Spieß aber umgedreht werden: Sie müssen sich weiterhin um nichts mehr kümmern, „schlafen“ also weiter, sparen aber durch den automatischen Wechsel des Energieversorgers viel Geld.

Für wen lohnen sich Wechselassistenten?

Etwa 69% der deutschen Haushalte beziehen ihren Strom vom Grundversorger und wechseln praktisch nie den Anbieter. In der Regel ist das für den Grundversorger sehr lukrativ, da Preiserhöhungen anstandslos akzeptiert werden und er keine Rabatte zur Kundengewinnung gewähren muss. Aber auch für die Haushalte ergeben sich Vorteile. So ersparen sie sich den Schriftverkehr und die Verwaltungsaufgaben für den jährlichen Vertragswechsel.

„Insgesamt werden rund 69 Prozent aller Haushalte nach wie vor durch den Grundversorger beliefert (im Rahmen der Grundversorgung oder eines Vertrags außerhalb der Grundversorgung).“

Bundeskartellamt1

Gehört Ihr Haushalt zu diesen 69%, dann können Sie mit einem Wechselassistenten doppelt profitieren: Er wechselt für Sie jedes Jahr den Stromanbieter, was Ihnen viel Geld spart, und erledigt gleichzeitig den zeitraubenden Schriftverkehr. Trotz des Vertragswechsels müssen Sie sich um nichts mehr kümmern und zahlen dennoch Tag und Nacht weniger für Ihren Strom. In einer Studie der Stiftung Warentest konnten Testhaushalte durch Wechselassistenten nach Abzug der Provision zwischen 73€ und mehr als 400€ pro Jahr einsparen2.

Empfehlenswerte Wechseldienste

Die Stiftung Warentest untersuchte über einen Zeitraum von über einem Jahr 9 verschiedene Wechselassistenten für Strom und Gas. Die Studie erschien in der Zeitschrift Finanztest 04/2019 und nur 4 der Wechseldienste erhielten die Finanztest-Bewertung „Sehr empfehlenswert“. Es handelte sich dabei um Esave.de, Switchup.de, Wechselpilot.com und Wechselstrom-ac.de.

Damit die Beauftragung eines Wechselassistenten für Sie ein Greener Gain wird, sind zwei Punkte entscheidend. Sie müssen finanziell davon profitieren und gleichzeitig einen Vorteil für die Umwelt erzielen. Deshalb wurde untersucht, inwiefern diese vier Wechseldienste die folgenden drei Kriterien erfüllen:

  • Qualität der Vorschläge: Anhand einer Stichprobe werden die Tarifempfehlungen verschiedener Dienste und Vergleichsportale gegenübergestellt. Der Fokus liegt dabei ausschließlich auf Ökostromtarifen.

  • Kosten: Ihre persönliche Ersparnis hängt auch von der Provision der Wechselassistenten ab, die möglichst niedrig ausfallen sollte.

  • Kommunikation: Im Idealfall kümmert sich der Wechseldienst um alles und Sie müssen für den Anbieterwechsel nichts mehr tun. Deshalb ist es wichtig zu wissen, inwiefern diese Idealvorstellung erreicht wird.

Esave.deSwitchup.deWechselpilot.comWechselstrom-ac.de
Qualität der Vorschläge⊕⊕⊕⊕⊕⊕⊕⊕
Kosten
(30% Provision)
⊕⊕
(kostenfrei)

(20% Provision)

(30% Provision)
Kommunikation

Qualität der vorgeschlagenen Tarife

Die Stiftung Warentest kam zu dem Ergebnis, dass die von den Wechselassistenten vorgeschlagenen Tarife so gut wie immer „höchstens 5 Prozent teurer waren als die günstigsten Tarife von Verivox oder Check24“. Sie müssen an dieser Stelle noch berücksichtigen, dass die Wechseldienste nach eigenem Ermessen Anbieter mit schlechten Kundenbewertungen und anderen Negativmerkmalen ausschließen. Dadurch konnten die meisten Testkunden das Unternehmen Bayerische Energieversorgung (BEV) vermeiden, das Ende Januar 2019 einen Insolvenzantrag stellte3.

Um die Ergebnisse anhand einer Stichprobe zu verifizieren, wurde von den vier besten Wechselassistenten und den beiden Vergleichsportalen Check24.de und Verivox.de im April 2020 jeweils ein Angebot für Ökostrom eingeholt. Angegeben wurden ein jährlicher Stromverbrauch von 1500 kWh und die Postleitzahl 68167 (Mannheim):


Esave.deSwitchup.deWechselpilot.comWechselstrom-ac.deCheck24.deVerivox.de
Günstigster TarifeprimoStrom PrimaKlimaeprimoStrom PrimaKlimaeprimoStrom PrimaKlimaeprimoStrom PrimaKlimaentega ÖkostromeprimoStrom PrimaKlima
Kosten über 12 Monate (ohne Provision)424,24€424€423,60€424€423,60€ (eprimo nur 4 Cent teurer)423,64€

Bei allen vier Wechseldiensten und dem Vergleichsportal Verivox war der Ökostromtarif „PrimaKlima“ des Anbieters „eprimo“ am günstigsten (Switchup.de & Wechselpilot.com schlugen mehrere Tarife vor). Bei Check24 stand dieser Tarif mit nur 4 Cent Abstand auf den Erstplatzierten auf Platz 2. Die angegebenen Preise sind ebenfalls nahezu identisch und weichen um weniger als einen Euro voneinander ab. Aus preislicher Sicht scheinen die Wechseldienste den Vergleichsportalen demnach ebenbürtig zu sein.

Was kosten Wechselassistenten?

In der Regel bieten sowohl Wechselassistenten als auch Vergleichsportale ihre Dienste mit der Absicht an, Gewinne zu erwirtschaften. Zwei Finanzierungsmodelle haben sich dabei durchgesetzt: Die Wechselprovision und das Erfolgshonorar, die sich wie folgt auf die bisher genannten Online-Dienste verteilen.

  • Wechselprovision: Switchup.de4, Vergleichsportale (z.B. Check24.de, Verivox.de)
  • Erfolgshonorar: 30% bei Esave.de5, 20% bei Wechselpilot.com6 und 30% bei Wechselstrom-ac.de7

Bei der Wechselprovision bezahlt der neue Strom- oder Gasanbieter dem Vermittler eine Provision für den über ihn abgeschlossenen Vertrag. Diese Provision wird dem Kunden selbst nicht in Rechnung gestellt und er zahlt denselben Preis wie Kunden ohne Vermittler. Hierbei kann es für den Vermittler allerdings zu Interessenskonflikten kommen, da von verschiedenen Anbietern unterschiedlich hohe Provisionen gezahlt werden, und die Empfehlung deshalb möglicherweise nicht objektiv erfolgt. Außerdem hat man als Kunde keine Einsicht darin, wie hoch die Provision tatsächlich ausfällt.

Dieses Problem gibt es beim Erfolgshonorar nicht. Hier überweist der Kunde einen festen Anteil seiner durch den Wechsel erzielten Ersparnis an den Vermittler. Dadurch kommt es zu keinem Interessenskonflikt: Der Vermittler verdient am meisten, wenn auch der Kunde am stärksten profitiert, indem er nämlich zum günstigsten Strom- oder Gasanbieter wechselt. Der Wechseldienst ist dadurch absolut unabhängig und transparent.

Beispiel: Nach einem Wechsel haben Sie innerhalb eines Jahres 150€ an Stromkosten eingespart. Bei einem Erfolgshonorar von 20% würde Ihnen der Wechseldienst nun 30€ in Rechnung stellen.

Der für den Kunden günstigste Wechselassistent wäre demnach Switchup.de, da er sich nur über Wechselprovisionen finanziert. Die drei anderen Wechselassistenten finanzieren sich über Erfolgshonorare, wobei Wechselpilot.com mit nur 20% am wenigsten verlangt.

Kommunikation und Benutzerfreundlichkeit

Der Weg bis zum ersten Angebot verläuft bei allen vier vorgestellten Wechselassistenten problemlos und zügig. Zunächst sollte man sich die letzte Abrechnung für Strom oder Gas bereitlegen, da dort alle wichtigen Informationen wie jährlicher Energieverbrauch, aktueller Versorger und Tarif aufgeführt sind. Dann geht man auf die Internetseite des Wechseldienstes und füllt dort das Anfrageformlar aus. Je nach Wechseldienst erhält man das Angebot dann per E-Mail oder online. Bei Wechselstrom-ac.de fällt positiv auf, dass das Angebot zusätzlich per Post versendet wird. Die Stiftung Warentest hat außerdem nachvollzogen, wie gut die Kommunikation über das erste Angebot hinaus verläuft.

Alle vier Dienste sorgen auf Wunsch auch für einen automatischen Wechsel des Energieversorgers. Damit lösen sie ihr Kernversprechen ein, dass sich der Kunde im Idealfall um nichts mehr selbst kümmern muss. Dennoch kann es vorkommen, dass Sie dem Wechselassistenten Briefe und E-Mails Ihres neuen Energieversorgers weiterleiten müssen, falls dieser die Informationen nicht an den Wechseldienst direkt weitergibt.

Sollten Sie Fragen haben, können Sie die Anbieter auch auf mindestens zwei Kanälen erreichen. Die Kommunikation per E-Mail bieten alle an, ebenso wie einen Rückruf-Service beziehungsweise eine telefonische Erreichbarkeit.

Außerdem interessant

Fußnoten

  1. Bundeskartellamt – Monitoringbericht 2018
  2. Stiftung Warentest – Mit Wechseldiensten viel Geld sparen
  3. Verbraucherzentrale.de – Insolvenzverfahren beim Energieversorger BEV eröffnet: was das bedeutet
  4. Switchup – Häufig gestellte Fragen
  5. esave – Service
  6. Wechselpilot.com
  7. Wechselstrom – Antworten auf Ihre wichtigsten Fragen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.